Felix Plaut (1877–1940)


Felix Plaut stammte aus einer jüdischen Bankiersfamilie. Seit 1907 war er als wissenschaftlicher Assistent Emil Kraepelins tätig. 1918 wurde er als Direktor des Serologischen Instituts der DFA berufen. Durch seine Forschungen über den Zusammenhang von Syphilis und progressiver Paralyse wurde Felix Plaut international bekannt.

Zu Beginn des „Dritten Reiches“ geriet Plaut, der 1932 aus der jüdischen Religionsgemeinschaft ausgetreten war, nach der NS-Rassengesetzgebung jedoch als „Volljude“ galt, unter Druck. Auf Fürsprache Max Plancks, des Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, konnte er zunächst – unter Berufung auf die Ausnahmeregelungen im „Berufsbeamtengesetz“ – weiterarbeiten. In der Folge der „Nürnberger Gesetze“ wurde er jedoch Ende 1935 von seinem Posten „beurlaubt“.

Plaut litt sehr unter diesem Berufsverbot – wegen seines fortgeschrittenen Alters sah er kaum eine Möglichkeit, im Ausland beruflich Fuß zu fassen. Mit Hilfe eines Stipendiums der Rockefeller Foundation konnte er schließlich 1939 eine Tätigkeit im Horton Mental Hospital im englischen Epsom aufnehmen, die er jedoch als deutscher Staatsbürger bei Kriegsbeginn gleich wieder verlor. Seine Depressionen verschlimmerten sich. Als ihm die Internierung als „feindlicher Ausländer“ drohte, nahm er sich im Juni 1940 das Leben.