Walther Spielmeyer (1879–1935)


Walther Spielmeyer hatte sich nach seinem Medizinstudium auf Psychiatrie, Neurologie und Neuropathologie spezialisiert. Auf Empfehlung Emil Kraepelins wurde er 1912 als Leiter des Anatomischen Laboratoriums der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität München berufen. 1917 übernahm er die Leitung der Hirnpathologischen Abteilung in der neu errichteten DFA. 1922 veröffentlichte Spielmeyer sein Lehrbuch „Histopathologie des Nervensystems“, das ihm Weltruhm einbringen sollte. Nach dem Tod Kraepelins 1926 übernahm er die kommissarische Leitung der DFA.

Nach der „Machtergreifung“ machte Walther Spielmeyer, dessen Ehefrau als „jüdisch versippt“ galt, aus seiner Ablehnung des neuen Staates kein Hehl. Seit dem Herbst 1933 dachte er darüber nach, Deutschland zu verlassen, die Rockefeller Foundation war bereit, ihm eine angemessene akademische Position im Ausland zu vermitteln. Im Januar 1935 vertraute Spielmeyer einem Freund an, er ertrage das Klima im nationalsozialistischen Deutschland und insbesondere am Münchner Institut nicht mehr. Die Auswanderungspläne kamen jedoch nicht mehr zum Tragen, da Walther Spielmeyer kurz darauf, am 6. Februar 1935, überraschend starb